Schwergewicht der Wall Street Goldman Sachs (NYSE: GS) sagt, dass die Lockerung der Regulierung und die breiteren Anwendungsfälle von Kryptowährungen die Aussichten für die Branche verbessern, insbesondere für Infrastrukturunternehmen, die weniger Preisschwankungen ausgesetzt sind.
In einem am Montag veröffentlichten Bericht erklärte die Bank, dass die regulatorische Klarheit mittlerweile der wichtigste Faktor für die institutionelle Akzeptanz sei.
Analysten argumentierten, dass sich das regulatorische Umfeld nach Jahren der Unsicherheit, die große Investoren vom Markt fernhielt, rasant verändere. Das Team von Goldman Sachs unter der Leitung von James Yaro erklärte, klarere Regeln könnten Banken, Vermögensverwalter und Broker dazu anregen, ihre Kryptoaktivitäten auszuweiten.
Darüber hinaus sagten die Analysten, dass neue Anwendungsbereiche jenseits des Handels es Institutionen erleichtern, den Sektor zu rechtfertigen.
Dem Bericht zufolge könnte die Gesetzgebung zur Marktstruktur in den USA einen Wendepunkt für digitale Vermögenswerte darstellen. Diese Gesetzgebung würde definieren, wie tokenisierte Vermögenswerte und dezentrale Finanzprojekte unter die bestehenden Finanzgesetze fallen. Nach der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Amt änderten die Regulierungsbehörden ihre Vorgehensweise bei der Durchsetzung der Kryptogesetze. Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) tauschte ihre Führung aus und bestätigte Paul Atkins als Vorsitzenden.
In der Folge zog sich die SEC aus vielen Klagen zurück, die in den Vorjahren gegen Kryptofirmen eingereicht worden waren. Die Behörde stellte die meisten anhängigen Verfahren ein und beendete mehrere laufende Gerichtsverfahren. Trump erklärte die Entwicklung von Kryptowährungen im Inland zu einer politischen Priorität, und Atkins teilte diese Haltung bei der SEC.
Die Regulierungsbehörde bleibt jedoch formal unabhängig.
Die im Kongress kursierenden Gesetzesentwürfe zielen darauf ab, die Aufsicht zwischen der SEC und der Commodity Futures Trading Commission aufzuteilen. Laut Goldman Sachs ist Klarheit über die Aufgaben der Behörden weiterhin unerlässlich, um größere Kapitalmengen zu erschließen. Der Bericht betont die besondere Bedeutung einer Verabschiedung in der ersten Hälfte des Jahres 2026. Verzögerungen bei den US-Zwischenwahlen im selben Jahr könnten den Gesetzgebungsprozess jedoch bremsen.
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Bitcoin-ETFs verwalteten bis Ende 2025 Vermögenswerte im Wert von 115 Milliarden US-Dollar.
Goldman Sachs führte eigene Umfrageergebnisse an, um zu verdeutlichen, warum der Zeitpunkt entscheidend ist. Rund 35 Prozent der Institutionen nannten regulatorische Unsicherheit als Haupthindernis für die Krypto-Akzeptanz. Demgegenüber gaben 32 Prozent an, dass regulatorische Klarheit als stärkster Katalysator wirken würde. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass politische Änderungen das Anlageverhalten rasch beeinflussen können.
Trotz steigenden Interesses ist das institutionelle Engagement weiterhin relativ gering. Vermögensverwalter haben laut der Bank rund sieben Prozent ihres verwalteten Vermögens in Kryptowährungen investiert. Allerdings planen 71 Prozent der befragten Institutionen, ihr Engagement innerhalb des nächsten Jahres zu erhöhen.
Diese Absicht lässt erhebliches Wachstumspotenzial offen, sofern sich die Bedingungen weiter verbessern. Laut Goldman Sachs hat die Akzeptanz durch bekannte Anlageprodukte bereits zugenommen. Seit ihrer Zulassung im Jahr 2024 haben Bitcoin-ETFs ein rasantes Wachstum erlebt.
Bis Ende 2025 verwalteten Bitcoin-ETFs laut dem Bericht ein Vermögen von rund 115 Milliarden US-Dollar. Ether-ETFs überschritten im gleichen Zeitraum die Marke von 20 Milliarden US-Dollar. Auch Hedgefonds haben ihre Beteiligungen an digitalen Vermögenswerten verstärkt. Die meisten halten mittlerweile Krypto-Investitionen und planen, diese weiter auszubauen.
Neben dem Handel wies die Bank auf mehrere aufstrebende Bereiche hin. Tokenisierung, dezentrale Finanzen und Stablecoins könnten ein schnelleres institutionelles Engagement erfahren.
Die im vergangenen Jahr verabschiedete Gesetzgebung zu Stablecoins präzisierte die Anforderungen an Reserven und Aufsicht. Infolgedessen ist der Stablecoin-Markt auf eine Marktkapitalisierung von fast 300 Milliarden US-Dollar angewachsen. Laut Goldman Sachs haben auch Änderungen in der Bankenaufsicht Markteintrittsbarrieren abgebaut. Darüber hinaus lockerten die Regulierungsbehörden restriktive Rechnungslegungsvorschriften für digitale Vermögenswerte.
Die Genehmigung neuer Banklizenzen für digitale Vermögenswerte hat den Markteintritt für traditionelle Banken weiter erleichtert. Diese Änderungen ermöglichen es Banken, Verwahrungs- und damit verbundene Dienstleistungen mit mehr Zuversicht anzubieten. Der Krypto-Vermögensverwalter Grayscale erklärte, dass die US-amerikanische Marktstrukturgesetzgebung die Aussichten für den Sektor maßgeblich prägen werde. Das Unternehmen geht davon aus, dass ein überparteiliches Gesetz im Jahr 2026 verabschiedet wird.
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